Stummfilm-Projekt an der HfMDK Ffm

Am kommenden Wochenende findet der diesjährige Abend Musik für Stummfilme im Großen Saal der HfMDK statt, wo ich als Gast der Kammerphilharmonie Frankfurt mitwirke. Gespielt werden Kompositionen von Studierenden aus dem Netzwerk der hessischen Film- und Medienakademie. Beginn ist sowohl am Sa, 23.11., als auch am So, 24.11. um 19.30 Uhr. Karten zu 6 Euro (ermäßigt 4 Euro) unter (069) 154 007 334.
stummfilm

Musikunterricht – aus meiner Sicht als Elternteil

Als Musikerin mit Kind, die den Wunsch hat, ihm ein gerüttelt Maß an musikalischen Grundkenntnissen zu vermitteln, auch durch Hinzuziehung der üblichen Institutionen, musste ich sehr schnell feststellen, dass dies nicht einfach zu haben ist. Da ist einiges an Erfahrungen zusammen gekommen, welche ich im Folgenden beschreiben möchte.

Mein Sohn nahm/nimmt teil an:

  • 3 Kursen „Musikalische Früherziehung“ in Kindergarten und Musikschule
  • Instrumental-AG, Chor-AG, Streicher-AG und Musical an der Grundschule
  • normaler Musikunterricht an der Schule
  • Klavierunterricht an der Musikschule
  • Geigenunterricht mit Privatlehrer und
  • Bläserklasse in Stufe 5 und 6

Zusammengefasst geht es um folgende Punkte:

  1. Das Repertoire
  2. Der Umgang mit der Stimme
  3. Der überproportionale Fokus auf Reproduktion
  4. Das Zurückstellen von Fachsprache
  5. Das zu frühe Einführen von Notenlesen (…Artikel dazu in Arbeit)

(dazu die folgende Beiträge:)

Washington überlebt

 

So, meine Flugangst habe ich in den Griff gekriegt – und bin obendrein nicht abgestürzt – yeah!

Aber das nur am Rande.

Wagner (200 Jahre – deutsch) und Jazz (100 Jahre – amerikanisch) das zusammenzubringen war die Aufgabe, die an Angelika Niescier herangetragen worden war. Wobei Angelika sich eher als Vertreterin von contemporary improvised music sieht, und nicht für das, was man vielleicht zuerst mit „Jazz“ assoziiert. Wohl wahr.

Die Musik von Angelika über die Kundry-Figur aus Wagners Parsifal ist der Hammer! Das wurde so richtig deutlich als die wunderbare Mezzosopranistin Magdalena Wòr zur Probe des German Women Jazz Orchestra dazu kam. Ihr spektakuläres Organ legte sich über die vertrackten 7-er Figuren als wäre sie schon immer da zuhause gewesen, der stilistische Kontrast knallte einem um die Ohren und ging unter die Haut – phantastisch.

Auftritt Nummer eins fand in der Residenz des deutschen Botschaft statt. Botschafter Peter Ammon erwies sich als ausgesprochen netter Gastgeber, das Publikum als Wagner-Kenner.

Ein Kamerateam der deutschen Welle begleitete uns am zum Auftritt Nummer zwei im National Museum of Women in the Arts (NMWA). Während in der Botschafter-Residenz die Akustik extrem hallig war (eigentlich unspielbar), war dieser Raum staubtrocken, doch Tontechniker Christian Heck hatte alles im Griff.

Wer das 5-minütige Ergebnis des DW-Teams sehen möchte:
Videoclip nach dem Klick

Frankfurt Jazz Big Band in Nauheim (und am 28.6. 2013 in Bingen!)

Am 28. 4. hatten wir (FJBB) in Nauheim einen schönen Gig im „Hof der Instrumentenmacher“. Vorher war Probe in der Instrumentenbau-Werkstatt. Zwischen Saxophonteilen, Maschinen und Werkbänken sitzend entwickelte sich ein super Sound – und es war außerdem sehr praktisch! In einer Probenpause hat doch tatsächlich der ungemein nette Willi Engel gleich mal mein Saxophon frisch eingestellt. Danke Willi!

http://www.echo-online.de/region/gross-gerau/nauheim/Ein-Wiedersehen-mit-guten-Bekannten;art1257,3895283

Obiger link führt zu einem Artikel, der über den gig nicht gerade fehlerfrei berichtet, aber …von mir ist der Arm im Bild.

Am 28.6. spielen wir auf dem Jazzfestival Bingen – yeah.

Mit Niescier in Washington D.C.

Anlässlich des Wagnerjahres wurde Angelika Niescier beauftragt, Wagner, Contemporary Jazz à la Niescier und das German Women Jazz Orchestra zusammenzubringen. Das Ergebnis gibt es drei mal zu erleben: am 29. und 30. Mai in Washington D.C. und am 28. September in Bonn. Seit Wochen stapeln sich Partitur, Klavierauszüge und Sekundärliteratur auf meinem Nachttisch, und ich bin mit der (unfassbar hanebüchenen) Story mittlerweile einigermaßen vertraut.  Bin extrem gespannt, was Angelika aus dem Material gemacht hat!

Musikunterricht für Kinder muss besser werden: Das Repertoire

Natürlich lässt sich über Geschmack streiten. Trotzdem meine ich, dass bedauerlicherweise der Sound abgedroschener Schlagermusik und billigem Discopop die Kinderzimmer viel zu sehr beherscht. Warum kaufen nur so viele Eltern  Kindermusik-CDs von Zuckowski, Rosin, Jöcker und Co.? Wo doch allenthalben dieselben Eltern beklagen, dass sie nun den ganzen Tag “ In der Weihnachtsbäckerei“ hören müssen?

Aber nicht nur die Kinderzimmer sind betroffen, nein, auch Kindergärten beschallen ihre Räume damit, und selbst Grundschullehrer greifen zu den Produkten. Um eins klarzustellen: Auch die Weihnachtsbäckerei hat ihre Daseinsberechtigung, aber das Übergewicht von Musik dieser Machart halte ich für alarmierend. Schließlich erhält hier das Publikum von morgen eine erste Prägung. Hoffentlich keine endgültige! Weiterlesen

Musikunterricht muss besser werden: Vom Umgang mit der Stimme

Fast immer zu tief bei den Kindergartenerzieherinnen, fast immer zu hoch bei den ausgebildeten Früherziehungslehrerinnen: die Tonlage, wenn ein Lied gesungen wird.

Es ist nachvollziehbar, dass Erzieherinnen, oft selbst bekennende Nicht-Sängerinnen, in  ihrer bequemsten (tiefen) Lage singen. Es ist schon viel, sich zu überwinden, überhaupt zu singen und dann sich zu bemühen, die Töne zu treffen. Da mag es nach Überforderung klingen, wenn jetzt noch der Wunsch dazu kommt, sie mögen aus Rücksicht auf den physiologische Unterschied zwischen Kinder- und Erwachsenenstimme höher singen. (Hier taucht die Frage auf: wie hoch denn genau? Dazu gleich mehr.) Weiterlesen

Musikunterricht muss besser werden: Improvisation

Was aber meine Hauptkritik an jeglicher Art Musikunterricht ist: Der überproportionale Fokus auf Reproduktion! Viele Kinder (oder alle?) singen häufig vor sich hin: sie improvisieren! Mein damals 2-jähriger improvisierender Sohn war der Anlass zu folgendem Gedanken:

In meinen Saxophon-Workshops erlebe ich, dass die meisten Erwachsenen große Schwierigkeiten haben zu improvisieren, oder eine kleine Melodie zu erfinden. Die meisten jüngeren Kinder hingegen singen eigene Liedchen und Melodien, improvisieren also ohne Scheu. Auch abzüglich des Unterschieds, das Kinder dies nicht unbedingt auf Kommando und vor Publikum tun, sind sie Erwachsenen in diesem Punkt tendenziell überlegen. Stellt sich die Frage: Ist es zwingend so, dass man diese Fähigkeit im Laufe des Leben verlieren muss? Oder läuft da was schief? (These: trägt zu dem Verlust der natürlichen Improvisationslust möglicherweise der omnipräsente klassische Musikunterricht mit seiner Fixierung auf das ausschließliche Reproduzieren von notierter Musik bei?) Weiterlesen