Reünie Hilversums Conservatorium in Amsterdam, 28.10.2018

Dank Achim Hartmann, Famke Damsté und vielen anderen fand am Sonntag 28.10.18 ein ganztägiges Wiedersehen statt – eingeladen waren alle ehemaligen Hilversum-Studenten und Lehrer, die per Facebook und Internetrecherche erreicht werden konnten.

Hilversums Conservatorium fusionierte 1998 mit dem Sweelinck Conservatorium zum „Conservatorium van Amsterdam“, deshalb fand das Alumni-Treffen hier statt:

Der Charme der Hilversumer Dependancen Snellius, Groest und Diependaalse Laan ist natürlich  perdu, auch wenn Jonas Lohse davor steht 😉

Eric van Lier,  Bart van Lier (am Solieren), Ruud Ouwehand, Cees Kranenburg, Mike del Ferro, Stephen Collier, Harrie Lambrichts, Rob Middelhoven, Anja Lautermann, C.D., Sebastian Ohms, JohannesHerrlich, Ulrich Plettendorf, Nico Gerards …u.v. a.

Ack van Rooyen war auch einer der Solisten – unglaubliches Solo.

JAN HUYDTS –  toller Jazzpianist, und der engagierteste und  herzlichste Jazzabteilungsleiter, den man sich denken kann.

 

Alfons ?  und Richard Doodkorte, der wie ich ca 150 unglaubliche Konzerte von Wim Overgaauw’s Haustrio mit Gästen im „Gooischen Podium“ besucht hat, worüber wir uns austauschten – klein dazwischen Jörn Anders und ganz rechts Famke Damsté bei der abendlichen Session im „DePrael“.

 

 

16. Bundesbegegnung Jugend jazzt in Frankfurt

Von Donnerstagabend bis Samstagabend war Frankfurt um rund 350 junge Jazzmusiker reicher! Der vom Deutschen Musikrat getragene Jugend Jazzt -Wettbewerb hatte in diesen Tagen seine Endrunde in Frankfurt. Die „Bundesbegegnung Jugend Jazzt“ war flankiert von einigen Rahmenveranstaltungen, darunter am Freitag Jamsessions im Jazzkeller und im Club Voltaire. Ich habe sofort zugesagt, als ich gefragt wurde, den Opener im Voltaire zu spielen und die Session zu koordinieren: es ist immer toll auf (sehr!) junge Leute zu treffen, die dem Jazz frönen – und das passiert auch nicht alle Tage, dass es so viele auf einmal sind und noch dazu eine deutschlandweite Auswahl der Besten…

Die Session übertraf unsere Erwartungen: der Club war schnell gerammelt voll und die Jugendlichen hatten extrem viel Spiellaune mitgebracht! Auch am nächsten Tag wurde die Lücke  zwischen Workshops und Abschlusskonzert  zum Jammen genutzt: Die Schul-Big Band des Dresdener St.-Benno-Gymnasiums schleppte ein Schlagzeug in den Frankfurter Anlagenring (=Parkanlage) und noch etliche Straßen entfernt war „Birdland“ zu hören, dass es nur so eine Freude war – und das Wetter war auch super!

In diesem Film aus dem Hessen-Fernsehen sind neben den Swing Kids aus Rüsselsheim auch „meine“ Dresdener zu sehen (ganz am Ende)  Hessenschau

Music teachers: Check it out!

Manchmal werde ich gefragt, woher die Ideen und mein Konzept für meinen Unterricht stammen. Der wichtigste Input kommt von hier:

Projekt Primacanta, Aufbauender Musikunterricht AMU, und dessen Wurzel: Music Learning Theory (MLT)

Buchempfehlungen:

Mechthild Fuchs: Musik in der Grundschule – neu denken, neu gestalten (Helbling-Verlag)

Werner Jank/Gero Schmidt-Oberländer: Music Step by Step- Lehrerhandbuch (Helbling-Verlag)

Wer richtig in die Tiefe gehen will erkundige sich auf der

Website der Edwin-E-Gordon-Gesellschaft

…und hier eine Literaturliste:

Gembris, Heiner Die Theorie musikalischer Begabung und Entwicklung von E. Gordon. In: Ders.: Grundlagen musikalischer Begabung und Entwicklung, Augsburg 1998, S. 267-272. Außerdem in diesem Buch: Die ‚Measures of Music Audiation’ – die Musikalitätstests von Edwin Gordon, 118-124.
Gordon, Edwin E. Wie Kinder Klänge als Musik wahrnehmen – eine Längsschnittuntersuchung zur musikalischen Begabung. In: Behne, Klaus-Ernst (Hrsg.): Musikalische Sozialisation, Musikpädagogische Forschung Bd. 2, Laaber 1981
ders. Musikalische Begabung: Beschaffenheit, Beschreibung, Messung und Bewertung. In: Sigrid Abel-Struth (Hrsg.) Musikpädagogik, Forschung und Lehre Bd. 25, Mainz 1986. (Im Englischen: The Nature, Description, Measurement, and Evaluation of Music Aptitudes. GIA-Publications, Chicago 1986.)
Gruhn, Wilfried Der Musikverstand. Neurobiologische Grundlagen des musikalischen Denkens, Hörens und Lernens. Olms Verlag, Hildesheim 1998.
ders. Was ist „Audiation”? – Zur Rettung eines wissenschaftlichen Begriffs. In: Diskussion Musikpädagogik, wissenschaftliche Vierteljahresschrift für Musikpädagogik 21/2004, S. 51-52.
Kormann, Adam In Zusammenarbeit mit Roland Hafen und Almuth Süberkrüb: Diagnose und Prognose der musikalischen Begabung. In: mip Journal (Basisartikel), Heft 9/2004. S. 6-13 und www.miponline. com.
Martens, Holger In Zusammenarbeit mit Almuth Süberkrüb: Bericht von einem Versuch, Edwin E. Gordons „Music Learning Theory” im Musikunterricht zu erproben. In: Diskussion Musikpädagogik, wissenschaftliche Vierteljahresschrift für Musikpädagogik, Heft 4/1999, S. 56-59.
Seeliger, Maria Das frühe Musiklernen bei Edwin E. Gordon. In: Dies: Das Musikschiff. Kinder und Eltern erleben Musik. Von der pränatalen Zeit bis ins vierte Lebensjahr, Bosse Verlag, Regensburg 2003, S. 96-123.
Süberkrüb, Almuth Musik denken – Edwin Gordons Theorie zum Musik denken und Musik lernen. In: Üben & Musizieren, Heft 4/2000 S. 15-24
dies. Edwin Gordon, in: MGG (neu) Personenteil Bd.7, Bärenreiter Verlag, Kassel 2002.
dies. Denken in Musik: Audiation. In: mip Journal (Basisartikel) 7/2003, S. 6-13.
dies. Musiklernen: Verstehen und Geschehen. Didaktische Interpretation von Musik und Music Learning Theory als Grundlage für vieldimensionales Musiklernen, Pfau Verlag, Saarbrücken 2005
dies. Audiation. In: Helms, S./Schneider, R./Weber, R. (Hrsg.): Lexikon der Musikpädagogik, Bosse Verlag, Regensburg 2005.
dies. Üben in der musikalischen Lerntheorie von Edwin Gordon. In: Mahlert, Ulrich: Handbuch „Üben“, Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 2006.
dies. Patternspiele 1, private Veröffentlichung, Oberbiel 2007.
Tappert-Süberkrüb, Almuth „Music Learning Theory” Edwin Gordons Theorie des Musiklernens. In: Diskussion Musikpädagogik, wissenschaftliche Vierteljahresschrift für Musikpädagogik 2/1999, S. 75-98.

Jazz-Mitmachkonzert an der Liesel-Oestreicher-Schule Frankfurt

Im März war ich als Musikerin und Mitgestalterin des „Fahrenden Jazzclubs“, eine Jazz-Mitmachkonzert-Reihe, an einer Frankfurter Schule zu Gast. Die Reihe ist eines der Module des Projekts „Jazz und improvisierte Musik in die Schule“ (JIMS). Bei JIMS (s. linkliste) bin ich von Anfang an (2011) dabei. Mein bisheriger Fokus lag bei den älteren Schülern, der Lehrerfortbildung und der Konzeptionierung der Schülerjamsession im Frankfurter Jazzkeller. Nun wurde ich aufgrund meiner Erfahrung als „nebenberufliche“ Grundschullehrerin auch für die Fortbildung der Grundschullehrkräfte berufen. Diese Fortbildungen sind eng verschränkt mit den Mitmachkonzerten des „Fahrenden Jazzclubs“, denn die Konzerte sollen im Idealfall von den Lehrern im Musikunterricht vorbereitet werden. Zusammen mit Ulrike Schwarz (einer Musikpädagogin mit langjähriger Erfahrung in den Bereichen Jazz in der Grundschule und Lehrerfortbildung) war unsere Aufgabe, die Fortbildung und Konzerte weiterzuentwickeln. Uns war es dabei wichtig, den Grad der Interaktion solcher Mitmachkonzerte auf ein neues Level zu heben. Ulrike formulierte treffend: Aus Jazz für Kinder wird immer stärker Jazz mit Kindern. Da Ulrike an jener Schule selbst einige Klassen unterrichtet und eine Musik-AG leitet, konnte sie für dieses Konzert quasi unter Laborbedingungen verschiedene Ansätze ausprobieren. Am Ende hatten die Kinder zur „Moorhexe“ mit Stabspielen ein Interlude mit Improvisation gestaltet. Mit dem Lied „Ideen im Kopf“ aus meiner Feder hatten wir ein Sprungbrett für einen langen Call-Response-Teil, die die Schüler weitgehend selbst in der Hand hatten. Ausschnitte aus dem Konzert gibt es hier zu sehen (Kamera: Thomas Szabo):

„Stella By Starlight“ – the very Original (Victor Young)

Die allermeisten Jazzmusiker lieben den Standard „Stella By Starlight“ – doch wer ist eigentlich diese Stella? Victor Young schrieb das Stück für den Kinofilm „The Uninvited“, der 1944 in die Kinos kam. Eine der Hauptfiguren ist Komponist, der sich in das 20jährige Mädchen Stella (gespielt von Gail Russell) verliebt. Für sie komponiert er das Stück – doch wie klang das Werk im Original? Bei meiner Netzrecherche bin ich leider nicht fündig geworden. Ich fand zwar Fassungen, die sich „Original“ nennen – aber um das zu verifizieren habe ich mir dann doch lieber eine DVD des Films besorgt. Nach (ziemlich lahmen) 90 Minuten „Horrorfilm“ und einiger Zeit für die Transkription, hier nun das Ergebnis: was sich im Netz und bei iTunes „Original“ nennt, sind tatsächlich alles Bearbeitungen, Orchestrierungen, Tonarten und Akkorde weichen ab.

Die Filmmusik nebst Transkription habe ich auf YouTube bereitgestellt:

Download Leadheet Original changes in Eb

Download Leadsheet Original changes in the common key (Bb) and the common long meter notation

Das harmonische Gerüst weicht von den gängigen Leadsheet-Akkorden erheblich ab – wer hätte das gedacht ;-). Die Tonart ist Eb statt Bb (wie im Real Book), Tempo: Medium; und die Akkorde laufen halbtaktig – nach meiner Interpretation jedenfalls.

Auf der DVD erklingt das reich orchestrierte und dramatische Stück bereits über den gesamten Vorspann und taucht immer wieder kurz im Film auf – noch ohne Text, den bekam das Lied erst nach dem Film.

Und so sah Stella Meredith (gespielt von Gail Russell) aus:

„in motion“ by Natalie Färber: zu sehen beim Lichtfestival Luminale in Frankfurt 18. – 23. 3. 2018:

Bilder vom 18.3.18, Frankfurt, Gwinnerstraße 42: Vernissage von „in motion“: Natalie Färbers wunderschöner Fotoprojektions-Show bei der Frankfurter Luminale.

Die Fotografin Natalie Färber portraitierte in einem speziellen Verfahren 12 Jazzmusiker in Bewegung – und ich war auch dabei! Vielen Dank, Natalie!

Auch Anke Helfrich und Stephanie Wagner gehörten zu den Portraitierten und genossen den Abend…

Alle infos hier http://www.inmotion-frankfurt.de

 

Viele junge Leuten finden Jazz doof, und hören ihn gern!

Das letzte „Netzwerk Jazz in Hessen“ am 5. November in Frankfurt stand unter dem Motto „Alles so schön jung hier“ – Thema war die Frage, wie „der Jazz“ ein jüngeres Publikum erreichen kann. Dazu waren zwei junge Veranstalter zu Gast: Pit Marquart vom Kollektiv TonKult aus Mainz sowie Eduardo Sabella, der das Jazzprogram im Schon Schön in Mainz organisiert.

Nach 5 Minuten stand folgende These im Raum:

Der Begriff „Jazz“ habe im jüngeren Umfeld einen negativen Beigeschmack, daher würden sie bei der Werbung am liebsten drauf verzichten – dies berichtete jedenfalls Eduardo Sabella, der das Jazzprogram im Schon Schön in Mainz organisiert. Zugleich würde aber durchaus komplexe und nicht unbedingt leicht verdauliche Jazzmusik in dem Club goutiert, so Sabella. Der Begriff „Jazz“ würde vielfach mit altbackener Musik älterer Herrschaften assoziiert – und oft übersehen, dass die Musik, die sich hinter dem Begriff verbirgt, sehr vielfältig ist.

Jetzt könnte man meinen, dass junge Leute nun mal nicht auf Swing stehen, die groovige oder avantgardistische Spielart des Jazz hingegen gerne hören. Doch mein 13-jähriger Saxophonschüler A. brachte auch dieses Erklärungsmodell durcheinander. Nachdem er Watermelon Man, Cantaloupe Island und ein Stück von Nils Landgrens Funk Unit gespielt hatte, sagte er kürzlich im Unterricht:

„Also, ich mag keinen Jazz. Deshalb habe ich mal was mitgebracht, was ich gerne spielen würde: ein Lied aus dem Film Star Wars!“ Und dann spielte er mir auf seinem Smartphone Jazz in Reinform vor, wie ich es mir nie getraut hätte, ihm vorzuschlagen, ein Stück im Stil von Benny Goodman! Es heißt „Cantina Band“-Song….. (Eduardo Sabellas Worte noch frisch im Ohr, biss ich mir natürlich auf die Zunge und verschwieg dem Jungen die bittere Wahrheit. – Oder hätte ich sagen sollen: „Äh, tut mir leid, aber du gehörst zu den total Uncoolen, denn du magst Jazz – du Armer!!)

Ist es so, dass Jazzmusik einfach nur weit weg von den üblichen Bildern, Locations und Settings platziert werden müsste – und schon würde die Zuhörerschaft sich erheblich verjüngen?

Und wie ist das eigentlich mit dem Revival des Swingtanzens? Als ich neulich einen Swingtanzkurs an einer Tanzschule besuchte, waren da nur junge Leute, die dann so etwas sagten, wie z.B.  (O-Ton): „…und diese Musik ist auch immer so klasse, die ist so lustig!“

 

 

 

Letzte Konzerte – Rückblick Wochenende 3.-6. 11. 2017

Am 3.11. 17 mit Natalya Karmazin (Klavier), Ralf Cetto (Bass) und Giovanni Gulino (Schlagzeug) in Grünberg:

Am 5.11. unser „steady gig“ mit dem Joachim Kunze Quintett in Bad Nauheim:

Am 6.11. 17 in der „Fabrik“ in Frankfurt mit Andrey Shabashev (Klavier) Bastian Wenig (Bass) und Benno Sattler (Schlagzeug):