„Stella By Starlight“ – the very Original (Victor Young)

Die allermeisten Jazzmusiker lieben den Standard „Stella By Starlight“ – doch wer ist eigentlich diese Stella? Victor Young schrieb das Stück für den Kinofilm „The Uninvited“, der 1944 in die Kinos kam. Eine der Hauptfiguren ist Komponist, der sich in das 20jährige Mädchen Stella (gespielt von Gail Russell) verliebt. Für sie komponiert er das Stück – doch wie klang das Werk im Original? Bei meiner Netzrecherche bin ich leider nicht fündig geworden. Ich fand zwar Fassungen, die sich „Original“ nennen – aber um das zu verifizieren habe ich mir dann doch lieber eine DVD des Films besorgt. Nach (ziemlich lahmen) 90 Minuten „Horrorfilm“ und einiger Zeit für die Transkription, hier nun das Ergebnis: was sich im Netz und bei iTunes „Original“ nennt, sind tatsächlich alles Bearbeitungen, Orchestrierungen, Tonarten und Akkorde weichen ab.

Die Filmmusik nebst Transkription habe ich auf YouTube bereitgestellt:

Download Leadheet Original changes in Eb

Download Leadsheet Original changes in the common key (Bb) and the common long meter notation

Das harmonische Gerüst weicht von den gängigen Leadsheet-Akkorden erheblich ab – wer hätte das gedacht ;-). Die Tonart ist Eb statt Bb (wie im Real Book), Tempo: Medium; und die Akkorde laufen halbtaktig – nach meiner Interpretation jedenfalls.

Auf der DVD erklingt das reich orchestrierte und dramatische Stück bereits über den gesamten Vorspann und taucht immer wieder kurz im Film auf – noch ohne Text, den bekam das Lied erst nach dem Film.

Und so sah Stella Meredith (gespielt von Gail Russell) aus:

„in motion“ by Natalie Färber: zu sehen beim Lichtfestival Luminale in Frankfurt 18. – 23. 3. 2018:

Bilder vom 18.3.18, Frankfurt, Gwinnerstraße 42: Vernissage von „in motion“: Natalie Färbers wunderschöner Fotoprojektions-Show bei der Frankfurter Luminale.

Die Fotografin Natalie Färber portraitierte in einem speziellen Verfahren 12 Jazzmusiker in Bewegung – und ich war auch dabei! Vielen Dank, Natalie!

Auch Anke Helfrich und Stephanie Wagner gehörten zu den Portraitierten und genossen den Abend…

Alle infos hier http://www.inmotion-frankfurt.de

 

Viele junge Leuten finden Jazz doof, und hören ihn gern!

Das letzte „Netzwerk Jazz in Hessen“ am 5. November in Frankfurt stand unter dem Motto „Alles so schön jung hier“ – Thema war die Frage, wie „der Jazz“ ein jüngeres Publikum erreichen kann. Dazu waren zwei junge Veranstalter zu Gast: Pit Marquart vom Kollektiv TonKult aus Mainz sowie Eduardo Sabella, der das Jazzprogram im Schon Schön in Mainz organisiert.

Nach 5 Minuten stand folgende These im Raum:

Der Begriff „Jazz“ habe im jüngeren Umfeld einen negativen Beigeschmack, daher würden sie bei der Werbung am liebsten drauf verzichten – dies berichtete jedenfalls Eduardo Sabella, der das Jazzprogram im Schon Schön in Mainz organisiert. Zugleich würde aber durchaus komplexe und nicht unbedingt leicht verdauliche Jazzmusik in dem Club goutiert, so Sabella. Der Begriff „Jazz“ würde vielfach mit altbackener Musik älterer Herrschaften assoziiert – und oft übersehen, dass die Musik, die sich hinter dem Begriff verbirgt, sehr vielfältig ist.

Jetzt könnte man meinen, dass junge Leute nun mal nicht auf Swing stehen, die groovige oder avantgardistische Spielart des Jazz hingegen gerne hören. Doch mein 13-jähriger Saxophonschüler A. brachte auch dieses Erklärungsmodell durcheinander. Nachdem er Watermelon Man, Cantaloupe Island und ein Stück von Nils Landgrens Funk Unit gespielt hatte, sagte er kürzlich im Unterricht:

„Also, ich mag keinen Jazz. Deshalb habe ich mal was mitgebracht, was ich gerne spielen würde: ein Lied aus dem Film Star Wars!“ Und dann spielte er mir auf seinem Smartphone Jazz in Reinform vor, wie ich es mir nie getraut hätte, ihm vorzuschlagen, ein Stück im Stil von Benny Goodman! Es heißt „Cantina Band“-Song….. (Eduardo Sabellas Worte noch frisch im Ohr, biss ich mir natürlich auf die Zunge und verschwieg dem Jungen die bittere Wahrheit. – Oder hätte ich sagen sollen: „Äh, tut mir leid, aber du gehörst zu den total Uncoolen, denn du magst Jazz – du Armer!!)

Ist es so, dass Jazzmusik einfach nur weit weg von den üblichen Bildern, Locations und Settings platziert werden müsste – und schon würde die Zuhörerschaft sich erheblich verjüngen?

Und wie ist das eigentlich mit dem Revival des Swingtanzens? Als ich neulich einen Swingtanzkurs an einer Tanzschule besuchte, waren da nur junge Leute, die dann so etwas sagten, wie z.B.  (O-Ton): „…und diese Musik ist auch immer so klasse, die ist so lustig!“

 

 

 

3.12. 2017 Nächstes Konzert in Bad Nauheim : „The Best Of…“

Fast ein Jahr Jazzkonzerte unter immer frischen Mottos liegt hinter uns! Was bringen wir zum Abschluss im Monat Dezember? Weihnachtsjazz? Sorry – das ist uns dieses Jahr zu billig. Nach 10 Terminen unter 10 verschiedenen Mottos „schenken“ wir uns und dem Publikum im Weihnachtsmonat eine Auswahl der Highlights!

Apropos Motto: Unsere Erfahrung, Jazz-Konzerte unter wechselnde Mottos zu stellen, ist sehr positiv. Brachte dies doch mit sich, dass wir uns mit Stücken beschäftigten, auf die wir ohne Motto nicht unbedingt gekommen wären, wie zum Beispiel die Jazztitel  „Tatort“ (Doldinger), oder „Stromberg“ („The Bad Plus“) beim Motto „Jazz aus Funk und Fernsehen“- oder Stücke wie Charles Mingus‘ „Oh Lord, don’t let them drop that atomic vom on me“ (anlässlich unseres Mottos „Jazz zur Bundestagswahl“). Es ist immer interessant, sein Repertoire zu erweitern!

Auch in 2018 werden wir uns wieder einiges einfallen lassen 😉

Letzte Konzerte – Rückblick Wochenende 3.-6. 11. 2017

Am 3.11. 17 mit Natalya Karmazin (Klavier), Ralf Cetto (Bass) und Giovanni Gulino (Schlagzeug) in Grünberg:

Am 5.11. unser „steady gig“ mit dem Joachim Kunze Quintett in Bad Nauheim:

Am 6.11. 17 in der „Fabrik“ in Frankfurt mit Andrey Shabashev (Klavier) Bastian Wenig (Bass) und Benno Sattler (Schlagzeug):

 

 

 

 

 

Saxonettgruppe der Grundschule ARS 2015

Dieser kleine Film zeigt das Ergebnis von 1 1/2 Jahren wöchentlichen Saxonett-Gruppenunterrichts an einer Grundschule. Nachdem die Kinder regelmäßig über diverse Pattern Improvisieren gelernt hatten, entstand die Idee, ein Lied zu erfinden. Jedes Kind hat eine 2-taktige Zeile dazu beigetragen. Das Arrangement wurde dann gemeinsam entwickelt. Was ich so toll finde, ist die Selbstverständlichkeit, mit der die Kinder Synkopen spielen und improvisieren.

Die Viertklässler von links nach rechts: Jan Katschke (improvisiertes Solo), Elias Kasimov (hatte die Kernidee des Stückes), Anotai Purimayata (Intonationsanführer) Paula Kunert (Spielwitz)

(Auf den Notenständern liegen keine Noten, sondern Zettel mit – für mich unverständlichen – Notizen … die Kinder fanden, das sieht besser aus ;-))

Der Unterricht ist Teil der Schulkooperationen der Musikschule Friedberg (Hessen) mit vielen Schulen in der Wetterau. Die Kinder haben einmal wöchentlich 45 Min. Unterricht als Teil des Ganztagsangebotes an derSchule.

 

 

Wolf/Danzer/Langenbach auf Youtube

Hier für geneigte Besucher meiner Website zwei Probenmitschnitte vom 21. Mai.
Georg Wolf: Kontrabass, Johannes Langenbach: Schlagzeug

Hier die verkürzte Version (startet beim Sax-Einsatz)

Hier die lange Version:

https://www.youtube.com/watch?v=22rJH4OkO-0

Georg Wolf am Bass und Johannes Langenbach on drums.

Die Ballade „Almost a perfect Afternoon“ stammt aus der Feder von J. Langenbach und A. Müller.

https://www.youtube.com/watch?v=YSTINS5Obgw

Jazz and TV: Demnächst in Bad Nauheim!

Dieses Mal steht unser „steady gig“ in der Trinkkuranlage in Bad Nauheim unter dem Motto „Jazz und TV“ . Wir finden, unsere Stückauswahl ist wirklich vom Allerfeinsten – aber verraten wird nichts! Denn wir glauben, es wird den Besuchern viel Spaß bereiten, die Stücke selbst zu erkennen, was eventuell nicht einfach sein wird – ohne Bild 😉 und selbst allseits bekannte Melodien klingen natürlich anders, wenn WIR sie spielen – that’s Jazz!!

Sonntag den 2. Juli 15:30 – 17:00 Uhr.

Jo Kunze tp, Andreas Müller, p/keyb, Jonas Lohse b, Giovanni Gulino dr, CD Altosx

ESC-Gewinnerlied: Es ist ein Dreier!

Noch vor 3 Jahren, als ich an einer Gesamtschule 150 Neuntklässler in Musik unterrichtete, war kein auch nur einigermaßen neuer Hit im 3/4-Takt zu finden. Das fand ich spannend und versprach dem Schüler 5€, der mir einen aktuellen Song im 3/4 bringt. (Der Song sollte jünger sein als „Breaking the girl“ von den Red Hot Chili Peppers aus dem Jahr 1991, denn das war meines Wissens der letzte Song aus den Charts, den man als 3/4 bezeichnen kann.) Die 5€ reichten aus, dass ich mir auf etlichen Smartphones normale 4/4-Lieder anhören musste – oder alte Lieder aus den 60ern. Das Geld konnte ich behalten. Und jetzt gibt es ihn endlich: den Song, der meine Kriterien erfüllt hätte, und obendrein mit einer starken Melodie und mehr als drei Akkorden daherkommt – Amar pelos Dois.